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Termine und News » Presse Archiv » 2007.1

"Ihr wisst, die Kekszeit ist mir ein Genuss"

BRAHMS-SCHULE: Unterhaltsames Konzert

Mit einem "bunten Teller" voller musikalischer Genüsse erfreuten Schüler des Johannes-Brahms-Gymnasiums ihre Gäste. Das Festkonzert der Pinneberger Brahms-Schule hat bereits Tradition. Und es ist Kult unter Schülern, Lehrern, Familien und Freuden. So wundert es nicht, dass als Konzertsaal seit vielen Jahren die Christuskirche in der Bahnhofstraße dient. Auch diesmal freute sich Pastor Jörg Pegelow, die Schüler und ihre Gäste begrüßen zu dürfen. "Das Konzert der Schule gehört vor Weihnachten einfach dazu", sagte Pegelow. So wie die Krippe, die im Altarraum aufgestellt war. Auf viele unterschiedliche Arten wurden die Zuhörer im gut besetzten Gotteshaus in der Weihnachtszeit willkommen geheißen. Wie schnell und zierlich Schlittenpferde durch die weiße Pracht traben können, bewiesen Kirsten Wolter und Bernd Treumann. Die beiden Musiklehrer erÖffneten den Reigen mit der vierhändig gespielten "Petersburger Schlittenfahrt". Einen Kontrast zur Klassik bot der Chor der Fünftklässler. "Ihr wisst, die Kekszeit ist mir ein Genuss" war nur eine der Zeilen aus dem "Weihnachts-Kekse-Swing", der die Zuhörer zum Schmunzeln brachte. Für die Mittelstufe trat der Chor der Klasse lOb vor das Publikum. Ein traditionelles irisches Weihnachtslied und der moderne Song "Last ChristInas" von "Wam" standen auf ihrern Programm. Die volle Brillanz und Dynamik eines mehrstimmigen Chores präsentierte der Eltem-Lehrer- Schüler-Chor. Ihre klassischen und modemen Vorträge wurden mit tosendem Beifall bedacht. Einen Vorgeschmack auf ein Tänzchen unter dem Weihnachtsbaum lieferte die Big Band des Gymnasiums.

Am Ende des kurzweiligen Konzerts wurden die Besucher um Spenden gebeten, damit alte Musikinstrumente der Schule repariert oder ersetzt werden können. (ev)

erschienen in Pinneberger Tageblatt Dezember 2007

Mehr erwartet!
"Gebühren für Hallennutzung sollen wegfallen", PZ vom 1. November

Eigentlich sollte unsere Sporthalle "nur" acht Wochen wegen Renovierungsarbeiten gesperrt sein. Mittlerweile sind es schon 14 Wochen, und für uns hat sich noch nichts geändert!

Bisher hatten wir Sportunterricht in der Aula. Das geht jetzt nicht mehr, weil sich zu viele Kinder verletzt haben. Nun haben wir gar keinen Sport mehr. Das ist blöd, weil wir Sport und Bewegung brauchen. Sollen wir etwa bei Minusgraden in den Wald? Ausweichen in andere Hallen? Da bräuchten wir eine Doppelstunde Sport, weil die Wege so weit sind.

Die Hallen sind schon 45 Jahre alt und noch nie richtig renoviert worden. Da ist es ja kein Wunder, dass die Lüftung kaputt geht und der Schimmel wächst. Wir hätten von dem Bürgermeister und der Stadt Pinneberg mehr erwartet!

Klasse 5e der Johannes-Brahms-Schule: Leon, Maria, Kjell, P. Gerbach, Finni, Henrike, Nina, Höbke, Hadja R. Ronja, Merle, Solveig, Leonie,Mathies, Moritz, Lennart, Svea, Josephine, Nicolas, Konrad, Klara, Tomke, Karoline, Larissa, Julia, Nadja, Lara,Caran, Christopher

erschienen in PZ am 13. Dezember 2007

Radio Pinneberg:
Interview mit Ministerpräsident Carstensen

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob man einen Kaugummifleck wegradieren kann? In der neuen Rubrik Esras Wahrheit klärt "Jugend forscht"-Teilnehmerin Esra Aydin wöchentlich, ob ein Alltagsmythos wahr ist oder nicht. Im Programm von Radio Pinneberg geht es morgen außerdem um einen Vorbericht über das große Weihnachtskonzert der Johannes-Brahms-Schule am Donnerstag, 13. Dezember, in der Christuskirche mit Ausschnitten aus den Proben und einem Interview mit dem Organisator und Musiklehrer Bernd Treumann.

Ebenfalls zu hören ist eine Reportage vom Afghanistan-Basar der Brahms-Schule, der zugunsten einer Schule in Kabul stattgefunden hat, und einen Bericht zu Auslösern und Folgen des Klimawandels. Er wurde von Timo Gomolka und Nele Ratje aus der Klasse 10c im Rahmen der JBS-Thementage 2007 produziert. Eine sachliche Ergänzung dazu ist ein Beitrag zum Nichtraucherschutzgesetz. Eingeholt wurden dazu die Meinungen von Pinneberger Jugendlichen. Last but not least hat Daniel Buttjis ganz aktuell den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen interviewt, der in dieser Woche den Kreis Pinneberg besucht hat. Radio Pinneberg ist am morgigen Dienstag wieder in der Zeit von 15 bis 16 Uhr über die Ukw-Frequenz 96,0 oder über Kabel auf 95,45 zu empfangen.

Hamburger Abendblatt erschienen am 10. Dezember 2007

Schulleiterin Bruhn weist Kritik zurück

SPORT-ABITUR: "Unberechtigte Vorwürfe"

Die Schulleiterin des Brahms-Gymasiums, Ortrud Bruhn, weist die Vorwürfe der CDU-Kreistagsfraktion zurück. Die Christdemokraten sind der Ansicht, dass es der Schulleiterin an gutem Willen fehle, gegen die Sporthallen-Misere anzugehen.

Die CDU-Kreistagsfraktion hatte in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass die Brahms-Schüler in der Sporthalle der Kreisberufsschule (KBS) unterrichtet werden könnten (wir berichteten). Das Sport-Abitur sei somit - entgegen der Aussage der Schulleiterin des Brahms-Gymnasiums, Ortrud Bruhn, aufgrund des Schimmelbefalls der Sporthalle nicht gefährdet.

Bruhn hat auf die Vorwürfe der CDU reagiert. Die Problematik stellt sich laut Schulleiterin schwieriger dar, als von Michael Hirsekorn und Kerstin Seyfert geschildert. Der von der Leitung aufgestellte Stundenplan gilt für 1136 Schüler und 80 Kollegen. "1500 Wochenstunden Unterricht müssen kollisionsfrei gelegt werden, wobei alle rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt sein müssen", betont die Direktorin. Die KBS-Halle werde schon seit Jahren von den Brahms-Schülem aufgrund ihrer guten Ausstattung gerne genutzt.

Doch zum Schuljahresbeginn sind, so Bruhn, diverse Probleme aufgetreten. Acht Sportstunden, die die KBS ursprünglich zugesagt habe, seien "gestrichen" worden (Begründung: Schichtunterricht aufgrund baulicher Probleme). Die hierfür im Gegenzug angebotenen Pausen- und Stundenzeiten seien zu denen der Brahms- schule nicht kompatibel, so dass sie nur acht Wochenstunden bei ihrer Planung berücksichtigen könne. Als weiteres Problem führt Bruhn den Blockunterricht der KBS an. Deren Plan ändere sich mehrfach im Laufe eines Schuljahres. Hinzu kommt nach den Worten der Direktorin, dass "der Oberstufenplan" hoch kompliziert ist. "350 Oberstufenschüler haben aufgrund individueller Kurswahlen sehr individuelle Stundenpläne - das ist der Preis der Vielfalt und wird sich erst mit der Profiloberstufe ändern. Ich behaupte, dass sich keiner dieser Kurse verlegen lässt, ohne dass für andere Schüler massivste Schwierigkeiten auftreten." Sollte es jemanden gelingen, eine Lösung zu finden, werde sie diese "mit Freuden akzeptieren".

(frh)

Rechnen, dass die Köpfe rauchen

BRAHMS-GYMNASIUM: "Lange Nacht der Mathematik" gefeiert

Mathe - für viele Schüler eher ein Schreckensfach. Aber nicht, wenn die "lange Nacht der Mathematik" ansteht. Hier knobeln nicht nur Cracks. Denn mit Buffet, Schlafsack und Aktionen werden Zahlenspiele zur Party.

Leonies Lieblingsfach ist Mathe nicht gerade. Trotzdem opferte die Fünftklässlerin eine ganze Nacht, um zu rechnen. Und offenkundig auch noch mit Begeisterung. Nanu? "Das macht einfach Spaß, zusammen mit meinen Freundinnen zu knobeln, so als Wettkampf. Das ist ganz was anderes als das normale "Mathe'", sagte Leonie. Und wendete sich sofort wieder dem Aufgabenblock zu.

Im Foyer des Johannes-Brahms-Gymnasiums summte es wie ein Bienenstock.Gut 200 Schüler aller Altersstufen ließen die Köpfe rauchen. Auf den Tischen stapelten sich Limoflaschen und Papiere, Geodreiecke und Joghurtbecher. Mittendrin: Der Spiritus Rector des Spektakels, Dirk Langhein. Vor fünf Jahren fragte er bei Direktorin Ortrud Bruhn an, ob die Schule sich nicht auch an dem Wettbewerb beteiligen wollte, den das Neumünsteraner Klaus-Groth-Gymnasium initiiert hatte. Jedes Jahr etwa 200 Schüler am Start Das Echo war positiv: Der erste Durchgang startete mit 60 Leuten, seitdem sind jedes Jahr etwa 200 Schüler am Start. Mit 69 Gruppen gehörte das Brahms-Gymnasium in diesem Jahr zu den teilnehmerstärksten Schulen im Land. Nach Auskunft der Klaus-Groth-Schule hatten sich 174 Schulen (nicht nur aus Schleswig-Holstein) mit insgesamt 8985 Teilnehmern angemeldet.

Rund 50 Helfer sorgten in diesem Jahr dafür, dass die Marathonrechner rundum gut versorgt waren: Mit einem Buffet aus Käsewürfeln, Reissalat, Laugenstangen und jeder Menge Getränke. Dafür hatte das Team um Petra Vor-wig gesorgt. Mit Tipps rund um die kniffligen Aufgaben. Zwölf Klassenzimmer hatten die Helfer geleert - als Schlafräume. Die Stadt hatte extra die Sporthalle der Kreisberufsschule angemietet, damit die Kinder sich wie in jedem Jahr zwischendurch bewegen und spielen konnten.

Vater Boris Kolbe hält mit dem Team der Internet-AG durchgehend Kontakt mit Neumünster. Die Computer- Experten sorgen dafür, dass die Verbindung steht, geben Ergebnisse durch, rufen neue Aufgaben ab. Wie hält man den Nacht-Marathon durch? "Der Adrenalinstoß ist so groß, da wird man nicht so schnell müde", sagt Langhein lachend. Wer schlafen will, kann sich in die leeren Räume zurückziehen. Und Linus aus der 6 b lässt die Natur zu ihrem Recht kommen: "Beim letzten Mal habe ich einfach den ganzen nächsten Tag verschlafen."

Pinneberger-Tageblatt (paw)
27.11.2007

Rotarier helfen bei der Berufswahl

Gut anfangen, gut ankommen - Rotarier geben Gymnasiasten aus Rellingen und Pinneberg Infos und Tipps für die richtige Berufswahl.

Der Grundidee von Rotary folgend, Freundschaft aufzubauen, zu pflegen und soziale Verantwortung zu übernehmen, fördern die Rotarier die Berufsausbildung der Gymnasiasten. Seit Jahren lädt der Pinneberger Ortsverein Schüler zu Berufsgesprächen ein. Rund 50 Jugendliche - besonders auch aus Rellingen, die 2009 die Johannes-Brahms-Schule und die Theodor-Heuss-Schule verlassen, kamen mit ihren Klassenlehrerinnen Kirsten Seibert und Christiane Habernich in das Hotel und Restaurant "Rellinger Hof", Clubhotel der Rotarier. Präsident Joachim Neuhaus begrüßte seine jungen Gäste und wünschte ihnen gute Erkenntnisse für ihre zukünftige berufliche Entwicklung.

Die Organisation des Abends lag in Händen des Leiters der Industrie- und Handelskammer Elmshorn, Ulrich Grobe. Im Saal des Clubhauses waren die Tische mit Hinweisen auf die verschiedenen Berufsgruppen versehen. Die Gymnasiasten konnten sich unter anderem über Bankwesen, die Bundeswehr, Diplomatischen Dienst, Ingenieurwesen, Jura, Medizin, Theologie sowie Selbständigkeit im Handwerk und Wohnungswirtschaft informieren. Kompetente Rotarier und gestandene Juristen und Firmenchefs erläuterten ausführlich den gewünschten Beruf und standen für Gespräche zur Verfügung. So gab ein Medienprofi interessante Informationen zum Journalismus und zum Verlagswesen. Conrad Haas erläuterte alles über Druck und Service. Ständig besetzt war der "Juristentisch". Der Rechtsanwalt und Notar Markus Boykens informierte über Jura und Berufe des öffentlichen Dienstes.

Erstaunlich großen Zuspruch hatte Holger Iserhoth von der Polizeistation Appen. Der Polizeikommissar erläuterte die Laufbahn des mittleren Dienstes, die Besoldung und die Aufstiegsmöglichkeiten. Pastor Dr. Anton Knuth stand für theologische Berufe zur Verfügung. "Ich finde es sehr anregend, die jungen Leute bei der Berufswahl zu unterstützen, denn sie gehört neben der Partnerwahl zu den größten Entscheidungen des Lebens."

von Günther Meier
26.11.2007

Schimmel-Halle weiter geschlossen

Die wegen Schimmels gesperrte Brahms-Halle kann noch nicht genutzt werden. Das Sport-Abitur ist für die Oberstufenschüler weiterhin gefährdet.

Die Hoffnungen von Schülern, Lehrern, Politikern, Vereinsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern wurden erneut enttäuscht. Gestern hat das von der Stadt beauftragte Labor gegenüber Vertretern von Stadt, Schulleitung und Fachdienst Gesundheit bekannt gegeben, dass noch Schimmelsporenreste in der Sporthalle des Brahms-Gymnasiums vorhanden sind. Die Hiobsbotschaft für die Schule: Die Halle bleibt weiter geschlossen.

Direktorin Ortrud Bruhn gab bekannt, dass das Sport-Abitur am Brahms-Gymnasium weiterhin gefährdet ist. Daran kann nach Auskunft der Schulleiterin die Tatsache nichts ändern, dass ein von der Stadt finanzierter Shuttle-Bus bereit gestellt wurde, der die Schüler unter anderem zur Kummerfelder Sporthalle befördert. Diese Stunden kollidieren, so Bruhn, mit anderen Leistungskursen der Schüler. "Die Interimslösung ist nicht mehr tragfähig".

Die Schulleiterin geht davon aus, dass die Halle bis Weihnachten nicht mehr genutzt werden kann. Die Aussage der Sachverständigen hat Bruhn sehr enttäuscht. "Ich war davon ausgegangen, dass wir die Halle ab dem 20. November wieder nutzen können", sagt Bruhn. Fast alle Schüler der fünften bis zehnten Klasse müssen in ihrem Zeugnis auf die Sportnote verzichten. Auch der Geschäftsführer des VfL, Sönke P. Hansen, ist am Verzweifeln. "Ich habe einen Hals, der so dick ist, dass man daraus Oberschenkel machen kann", sagt der Geschäftsführer des VfL. Die gesamte "Schimmel-Misere" in Pinneberg - die Schwimmhalle eingeschlossen - koste den Verein zwischen 400 und 500 Mitglieder.

Pinnebergs Bauamtsleiter Klaus Stieghorst gab bekannt, dass in der Sporthalle nun weitere Reinigungsmaßnahmen folgen werden, "bis erneute Laborwerte keine Schimmelsporenart mehr nachweisen". Prognosen, wann die Sporthalle endlich wieder in Betrieb genommen werden kann, wollte der Bauamtsleiter nicht geben. "Da das Gutachten leider so ausfällt, müssen wir sehen wie es weitergeht."

von Frauke Heiderhoff
21.11.2007

Neue Halle: VfL will sich einbringen

Schüler fürchten um ihr Abi, Sportvereine verlieren Mitglieder: Folgen der Pinneberger Hallen-Misere. Bei Sönke P. Hansen stößt die Idee eines Neubaus auf offene Ohren.

Eine neue Sporthalle für Pinneberg - die Diskussion ist eröffnet. Nachdem die CDU im Sommer einen Prüfauftrag erteilt hatte, liegen grobe Kostenschätzungen der Verwaltung jetzt vor (wir berichteten). Auf 4,9 Millionen Euro beziffert das Bauamt die Investition. Viel Geld für eine mit 50 Millionen Euro verschuldete Mittelstadt. Für Sönke P. Hansen, Geschäftsführer des wegen der Hallen-Misere gebeutelten VfL Pinneberg, kein Grund, den Plan von vornherein zu verwerfen.

Er hält den Neubau für "eine interessante Variante". Vor allem die Möglichkeit einer öffentlich-privaten Partnerschaft (öpP) müsse zumindest geprüft werden. In Schleswig-Holstein gebe es verschiedene Beispiele für dieses Modell, bei dem ein privater Investor baut, um das Objekt dann langfristig an Nutzer zu vermieten. Das "Knick-Ei"-geschädigte Halstenbek etwa beschreitet derzeit diesen Weg.

Und Hansen will offenbar nichts geschenkt. In der Hoffnung, die primär für den Schulsport gedachte Halle am Pinneberger Johannes-Brahms-Gymnasium mitnutzen zu können, zeigt er sich auch in punkto Finanzierung gesprächsbereit: "Klar ist denkbar, dass wir einen Teil der nach Fertigstellung zu zahlenden Miete übernehmen", sagt er "so aus dem Bauch heraus". Dafür müsse der Verein aber von Anfang an im Boot sein. Für ihn wichtig: "Auch wir Sportvereine haben unsere Möglichkeiten, Zuschüsse für ein solches Projekt einzuwerben."

Mathias Zahn, Vorsitzender des VfL, geht sogar noch weiter. Er bringt als Standort für eine neue Sporthalle die Wiese zwischen Damm und Fahltskamp ins Gespräch. Das Areal vorm "Cap Polonio", auch Arenswiese genannt, biete sich für eine solches Vorhaben wegen der Nähe zu Verein und Schule an: "Für mich wäre das ein Traum", sagt Zahn, der weiß, dass eine solche Idee in Pinneberg nicht nur Freunde finden wird.

Der VfL Pinneberg hat massiv unter den Hallen-Sperrungen der vergangenen Monate zu leiden gehabt. Hansen hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass der Verein in seiner Existenz gefährdet sei.

Zu häufig ausfallende Kurse bringen Mitgliederschwund mit sich. Nicht zuletzt deshalb fror der VfL-Geschäftsführer die an die Stadt zu entrichtende Hallennutzungs-Gebühr ein.

von Andreas Daebeler

Neue Brahms-Halle für 4,9 Millionen?

Löst Pinneberg sein Hallen-Problem? Die Verwaltung hat errechnet, was ein Neubau kosten würde.

Pinnebergs Hallen-Misere: Wird jetzt investiert? Im Juni wagte die CDU einen Vorstoß. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Kosten eines Neubaus am Brahms-Gymnasium zu prüfen. Die Zahlen liegen jetzt auf dem Tisch: 4,9 Millionen Euro würde die neue Sporthalle am Fahltskamp verschlingen.

An reinen Baukosten weist das Bauamt 3,6 Millionen Euro aus. Hinzu kämen 1,1 Millionen Euro für Erschließung, Straßenbau und Außenanlagen plus 200 000 Euro für Ausstattung und Möblierung. Mögliche Standorte der Sporthalle: ein Teilbereich des Schulhofs oder der bisherige Lehrerparkplatz direkt am Fahltskamp.

Marode Sporthallen auf der einen, etwa 50 Millionen Schulden auf der anderen Seite: Pinnebergs Finanzkorsett ist eng geschnürt. Bauamtschef Klaus Stieghorst verweist auf das Dilemma. Er sieht auch die Errichtung einer neuen Halle im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft, also mit Investor und langfristigem Mietvertrag, kritisch. Die Kommunalaufsicht habe mitgeteilt, dass dergleichen "kein Mittel zur Haushaltskonsolidierung ist und nur in Frage kommt, wenn die Stadt sich eine solche Investition auch leisten kann".

Derzeit wird die wegen Schimmels seit Sommer gesperrte Sporthalle der Brahms-Schule für etwa 200 000 Euro saniert. Die Schulleiterin Ortrud Bruhn hatte darauf hingewiesen, dass die Abiturprüfungen an ihrem Gymnasium wegen der Sperrung gefährdet seien. Auch Sportvereine schlagen Alarm: Der VfL Pinneberg hat seine Hallennutzungs-Gebühren eingefroren.

Lokales
von Andreas Daebeler

Brahms-Schule: Abitur gefährdet?

Horror-Szenario: Das Abitur 2008 könnte für einige Schüler des Brahms-Gymnasiums ausfallen. Grund: die Hallen-Misere in Pinneberg.

"Das Abitur ist gefährdet." Dieser Satz stammt von Ortrud Bruhn. Die Rektorin der Johannes-Brahms-Schule hat Meldung in Kiel erstattet. Wegen der anhaltenden Pinneberger Hallen-Misere können ihre Schützlinge derzeit kaum Sport treiben. Anfang September war der Sport-Trakt des Gymnasiums am Fahltskamp wegen Schimmel-Befalls gesperrt worden. Aus dem Ärgernis, das massive Schülerproteste nach sich zog, ist längst ein Riesen-Problem geworden: Sport-Leistungskurse fallen aus, Gymnasiasten können fürs Abi benötigte Stunden nicht belegen. "Es sieht düster aus", so Bruhn.

Ende September hatte die verwaltung in Aussicht gestellt, die Brahms-Hallen nach den Herbstferien wieder freizugeben. Offenbar zu optimistisch: "Das Ergebnis einer Luftprobe steht aus, es ist weiterhin gesperrt", so Bruhn gestern. Sie geht davon aus, dass der Sportunterricht noch mindestens zwei Wochen weitgehend ausfällt. Bauamtschef Klaus Stieghorst: "Wir bekommen Donnerstag die Laborergebnisse, dann wissen wir mehr." Während der Ferien seien alle notwendigen Arbeiten abgeschlossen worden: "Wir tun, was wir können."

Bruhn bemüht derzeit den kurzen Draht zum Umweltamt. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass "alle Gesundheitsrisiken für Lehrer und Schüler ausgeschlossen sein müssen", bevor freigegeben werde. Ihr sitzen Eltern und Personalrat im Nacken. Das Bildungsministerium in Kiel zeige wenig Verständnis für das Hallen-Desaster: "Der Schulträger ist verantwortlich für lehrplangerechten Unterricht." Und das sei nun mal die Stadt, so Bruhn. In der Landeshauptstadt werde die Situation "sehr kritisch" gesehen. "Es kann sein, dass die Prüfungen von Abiturienten um ein Jahr zurückgestellt werden müssen", so Bruhn weiter.

Verschärft werde die Lage dadurch, dass auch die Pinneberger Rübekamphalle weiterhin dicht sei. Zudem mache der Herbst mit seinem unbeständigen Wetter ein Ausweichen auf die Sportplätze oder in den Fahlt immer schwieriger. Für den gestrigen Tag hatten die Brahms-Gymnasiasten eine Hallen-Eröffnungsfeier anberaumt, zu der Vertreter der Verwaltung eingeladen wurden. "Die mussten wir natürlich absagen", so Bruhn frustriert.

31.10.2007
Von Andreas Daebeler

Sie tanzen für das Radio

VfL-Mitglieder zeigen, was sie können - und helfen zugleich

Show der Tanzsportabteilung am 4. November soll lokalem Sender-Projekt des Jugendzentrums zugute kommen.

Pinneberg -

Zum zweiten Mal organisiert die Tanzsportabteilung des VfL Pinneberg eine Benefizveranstaltung zugunsten der Jugend. Mit den Spenden, die während des bundesweiten Tages des Tanzens am Sonntag, 4. November, eingenommen werden, wird das Projekt Radio Pinneberg unterstützt. Von 14 bis 17 Uhr zeigen zahlreiche Aktive vom Nachwuchs bis zur Leistungssparte ihr Können. Der Eintritt zur Show im VfL-Tanzsportzentrum ist frei.

Im vorigen Jahr förderten die Tänzer die Bücherei der Johannes-Brahms-Schule mit den Einnahmen des Aktionstages. 1912 Euro kamen zusammen. Schon jetzt können Unterstützer der Idee ihre Spenden für die nächste Aktion einzahlen, und zwar bei der Sparkasse Südholstein (Bankleitzahl 230 510 30) auf das Konto 2101236 und bei der VR Bank Pinneberg (BLZ 221 914 05) auf das Konto 312 320, Verwendungszweck "Benefizveranstaltung 04.11.07 - Radio Pi". Die Spendenquittung stellt die Stadt Pinneberg aus.

Das Projekt Radio Pinneberg wird gemeinsam vom Jugendzentrum Geschwister-Scholl-Haus und der Brahms-Schule getragen. Im Gymnasium stehen Redaktionsräume zu Verfügung. Seit Ostern wird gesendet, und auch die Tanzsportler waren schon mehrfach Thema im Lokalfunk. Initiator des Jugendradios ist der Landtagsabgeordnete Bernd Schröder (SPD).

Am Tag des Tanzes wird es neben der Show ein reichhaltiges Kuchenbüfett geben. Dafür backen zahlreiche Eltern, Lehrer und Schüler des Brahms-Gymnasiums. Mit diesen Einnahmen und Spenden soll die Technik des Jugendradios verbessert werden: Ziel ist es, mindestens zwei Telefon-Hybrid-Anlagen (Einzelwert 700 Euro) anzuschaffen. Damit können künftig qualitativ hochwertige Telefoninterviews aufgezeichnet werden.

Bürgermeister Horst-Werner Nitt ist von der Benefizaktion begeistert: "Was Tanzsportchef Gerd Stockmann macht, macht er zu Gold."

Von Michael Rahn
erschienen am 19. Oktober 2007

"Schule & Verein" - so werden Schüler zum Tanzen animiert"

PINNEBERG -

Wir wollen über den Tanz den Jugendlichen die Möglichkeit geben, Freude am Sport zu entwickeln und mit anderen Kontakt aufzunehmen", sagt Matthias Beimel, Schulleiter der Theodor-Heuss-Schule (THS). Und das erfolgt über eine Tanz-AG, an der neben der THS die Karl-Sörensen-Schule (KSS) sowie die Johannes-Brahms-Schule (JBS) teilnehmen - unterstützt von der Tanzsportabteilung (TSA) des VfL Pinneberg. Dieses Jahr machen mehr als 60 Schüler mit.

Das Kooperationsprojekt "Schule & Verein" wird durch den Landessportverband und das Bildungsministerium unterstützt. Ziel: Die Schüler sollen motiviert werden, langfristig Spiel-, Übungs- und Trainingsgruppen zu besuchen. Verein wie Schulen sehen das Projekt als Gewinn. "Wir hoffen, dass einige der jungen Quereinsteiger in unserer Tanzabteilung hängen bleiben", so TSA-Chef Gerd Stockmann. Ortrud Bruhn, Schulleiterin des JBS: "Die AG wurde im Laufe der letzten drei Jahre zum festen Bestandteil unseres Stundenplans. Da wir als Ganztagesschule den Schülern ein breites Angebot geben wollen, stellt der Kursus eine Bereichung des Stundenplans dar." Gesponsert wird das Angebot von der Gmünder Ersatzkasse GEK und den Sparkassen in Schleswig-Holstein.

Geleitet wird die Stunde von Debbie Seefeld (24). Als lizenzierte Tanzlehrerin und norddeutsche Meisterin hat sie die nötige Erfahrung. Ihr Bruder Oliver Seefeld ist durch seine Auftritte in der RTL-Fernsehshow "Let's Dance" bekannt geworden.

hspas
erschienen am 9. Oktober 2007

Medienlotsen "On Air"

Auf dem Programm steht am morgigen Dienstag die Premierensendung der neuen Schülermedienlotsen: Yannick Meincke, Lara Betkierowicz, Birte Fröhlich, Daniel Buttjes, René Schaar, Timo Gomolka, Anna Ochs und Maren Lübke werden erstmals "on air" zu hören sein. Sie haben unter der Regie von Radio-Pinneberg-Projektleiter Sebastian Marcks viele Themen vorbereitet, die auf Pinnebergs Straßen derzeit für Gesprächsstoff sorgen, allen voran der Turnhallen-Notstand, der durch den aktuellen Schimmelpilz-Skandal und die damit verbundene Schließung der Turnhalle der Johannes-Brahms-Schule noch dramatischer wird. Zum aktuellen Stand der Dinge interviewten die Jugendlichen Sportlehrer Olaf Schlegel.

Durchweg erfreulich waren die Nordmeisterschaften der Standard- und Lateintänzer, die kürzlich in der Rübekamphalle ausgetragen wurden: Gleich mehrere Siegerpokale blieben in der Stadt. Radio Pinneberg interviewte Junioren-Sieger Timo Gomolka, außerdem Zuschauer, Veranstalter und Jurymitglieder. Außerdem waren die Schüler aber auch beim Ackerfestival in Kummerfeld unterwegs - dem letzten Open-Air-Highlight des Jahres für alle Pinneberger Rockfans - und interviewten unter anderem die Band "Arrythmia". Auch im Hamburger CCH sorgte ein gebürtiger Pinneberger für Massenandrang: Fernsehkoch Tim Mälzer war einer der Höhepunkte auf der Food-Messe "Eat'n'Styles" und die Radio Pinneberg-Debütanten waren mittendrin.

Die Musik für ihre Premierensendung ist bunt gemischt. Sie reicht von Justin Timberlake und "Red Hot Chili Peppers" über Tom Petty bis zu "Dirty Dancing".

Zu empfangen ist die Sendung von Radio Pinneberg am Dienstag in der Zeit von 15 bis 16 Uhr auf der UKW-Frequenz 96,0.

pz 01.10.2007

Über neue Sporthalle nachdenken

29.09.2007
Von Andreas Daebeler

Ein bisschen skurril mutete das Geschehen im Ratssaal schon an: Während Bauamtschef Klaus Stieghorst am Rednerpult den Schimmel-Befall in den Sporthallen der Brahms-Schule als "minimalst" und "mit der Lupe zu suchen" beschrieb, rumorte es im Zuschauerraum. Schüler des Gymnasiums präsentierten riesige Fotos. Darauf zu sehen: offensichtlich verrottende Sportgeräte, feuchte Hallenwände und - deutlich sichtbar - Schimmel. Stieghorst ließ sich nicht beirren: "Es wird überdramatisiert, ich weiß nicht, warum."

Von CDU-Ortsverbands-Chefin Natalina Boenigk gab’s kräftige Schelte: "Es ist äußerst unsensibel von der Verwaltung, mit diesem Thema so nachlässig umzugehen", sagte sie. Auch Angela Traboldt (SPD) ließ sich nicht lange bitten: "Dass unsere Sporthallen in einem katastrophalen Zustand sind, ist doch wohl seit Jahren bekannt." Dann folgte der Satz, auf den anwesende Schüler und Eltern gewartet hatten: "Wir müssen trotz der Finanzlage darüber nachdenken, 2008 eine neue Halle zu bauen." Die könne, so die Sozialdemokratin weiter, eigentlich nur am Brahms-Gymnasium entstehen. Donnernder Applaus im Ratssaal folgte.

Traboldts Meinung ist so exklusiv nicht: bereits im Frühjahr hatte die CDU einen Prüfauftrag angeschoben. Die Verwaltung wurde darin aufgefordert, Kosten für Sanierung, Anbau und Neubau am Standort Fahltskamp zu ermitteln. Ein Abriss der derzeit gesperrten Hallen ist für Bauamtsleiter Stieghorst offenbar keine Option: "So schlecht ist der Zustand des Bauwerks nicht", sagte er. Er verwies zudem darauf, dass "bauliche Mängel, die derzeit sichtbar werden, in der Vergangenheit begründet sind". Bürgermeister Horst-Werner Nitt erinnerte an die dramatische Finanzlage der Stadt und gab zu bedenken, dass für eine neue Halle am Brahms-Gymnasium erstmal ein geeignetes Grundstück gefunden werden müsse.

Eltern und Schüler hatten einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt. Sie wollten wissen, was die Stadt zu tun gedenke, um die Misere nachhaltig zu beheben und weitere Sperrungen zu verhindern. Den Vorwurf, die Lüftungsanlage in den Brahms-Hallen sei seit einem Jahr kaputt, der Schimmel-Befall somit abzusehen gewesen, wies Verwaltungschef Nitt "energisch zurück". Vielmehr sei die Lüftung "mehrmals repariert worden". Mindestens einmal pro Woche sei ein Mitarbeiter des Bauamts vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen.

Stieghorst stellte in Aussicht, dass "die Brahms-Hallen nach den Herbstferien wieder geöffnet werden". Derzeit werde die Lüftung saniert, zudem gebe es neue Fenster. Damit würden Ende Oktober - wenn nichts Unvorhergesehenes passiert - alle zeitweise geschlossenen Sporthallen Pinnebergs wieder nutzbar sein.

So schlecht ist die Halle nicht!

29.09.2007
Von Marion Girke

Bau am Gymnasium noch geschlossen. Fachbereichsleiter warnt in der Ratsversammlung vor überzogenen Hoffnungen.

Die Schüler des Pinneberger Johannes-Brahms-Gymnasiums müssen weiter Klimmzüge für die von ihnen geforderten verbesserten Bedingungen im Sportunterricht machen. Während der jüngsten Ratsversammlung, die am selben Tag des Protestzugs der Brahms-Schüler durch die Innenstadt stattfand, wurde den Besuchern kaum Hoffnung auf einen baldigen Sporthallenneubau gemacht.

Vormittags hatten die Schüler wie berichtet Sportunterricht in der Fußgängerzone und auf dem Rathausflur vor dem Dienstzimmer des Bürgermeisters als Demonstration inszeniert. Ihr Protest richtete sich gegen den unzumutbaren Zustand der Sporthalle, die wegen defekter Lüftung und Schimmelbildung nach wie vor geschlossen ist. Abends erkundigten sich Eltern während der Fragestunde im Rat nach Abhilfe.

"Wir wissen jetzt schon, dass in Pinneberg eine weitere Sporthalle gebraucht wird." Mit diesen Worten wagte sich die Vorsitzende des Schulausschusses der Ratsversammlung, Angela Taboldt (SPD), so weit vor wie kein anderer Sprecher aus den Reihen von Verwaltung und Politik. Für die CDU erinnerte Kerstin Seyfert an einen Prüfauftrag ihrer Fraktion. Die Verwaltung war aufgefordert worden, unter anderem die Alternativen Hallenanbau oder -neubau zu prüfen.

Der für das Thema Bauen zuständige Fachbereichsleiter Klaus Stieghorst warnte hingegen vor überzogenen Hoffnungen. "Es handelt sich nicht um eine komplett verschimmelte Halle", sagte er und konkretisierte an anderer Stelle: "So schlecht ist die Halle nicht, dass sie vor dem Abriss steht." Aus den Fragen der Eltern schwang der Vorwurf mit, die Verwaltung habe auf Missstände zu spät und nicht ausreichend reagiert. Nach dem bisherigen Zeitplan soll das Gebäude nach den Herbstferien wieder voll nutzbar sein.

Völkerball beim Bürgermeister

Sporthallen sind wegen Schimmelbefalls geschlossen. Schüler fordern eine provisorische Halle als Übergangslösung.

28.09.2007
Von Claudia Eicke-Diekmann

Ein bisschen sparsam guckte Pinnebergs Bürgermeister Horst-Werner Nitt aus dem Anzug, als er gestern um 10.45 Uhr aus seinem Büro trat: 20 Schüler der Johannes-Brahms-Schule (JBS) hatten die Flure vor seinem Arbeitszimmer in einen Sportparcours verwandelt und trainierten im Zirkel Liegestütz, Seilspringen, Sit-Ups. Und vor dem Rathaus hatten sich 300 weitere Schüler - die komplette Oberstufe des Gymnasiums am Fahltskamp - zum Sportunterricht versammelt oder joggten durch die City.

Hintergrund der dreistündigen Aktion: Vor drei Wochen waren beide JBS-Sporthallen wegen extremen Schimmelbefalls geschlossen worden. Seitdem fallen mehr als zwei Drittel des gesamten Schulsports aus. "Wir haben keine Ausweichmöglichkeiten, weil zurzeit auch andere Hallen in Pinneberg geschlossen sind", so Niklas Dwenger, der den Protest gemeinsam mit seinen Mitschülerinnen Katharina Kolbe und Gesine Ahr organisiert hatte. "Deshalb haben wir beschlossen, unseren Sportunterricht in und vor das Rathaus zu verlegen!" erzählt der Schüler des 12. Jahrgangs.

"Witzige Idee", lautete Nitts Kommentar. "Aber sicherlich keine Dauerlösung!" Sportunterricht in der Pausenhalle sei auch keine Dauerlösung, konterte Niklas Dwenger, Sprecher der Aktion. So dramatisch sei die Situation auch wieder nicht, meinte der Verwaltungschef. Er selber habe zwei Jahre lang im Klassenraum Sportunterricht gehabt. Zudem würden die Hallen voraussichtlich nach den Herbstferien wieder geöffnet. Damit ließen sich die Gymnasiasten nicht abspeisen: "Nicht nur Hallen, auch die Geräte sind teils über 30 Jahre alt. Alles ist vergammelt, marode und baufällig", so Niklas Dwenger.

Die Forderung: "Wir wollen einen Neubau. Wir wissen, dass so etwas ein paar Jahre dauert. Um die Zeit ohne Sporthalle zu überbrücken, schlagen wir vor, eine provisorische Halle auf dem Sportplatz im Fahlt aufzustellen!" Bürgermeister Nitt bedauerte: "Ich kann ihnen keine Zusage für einen Hallenneubau geben." Immerhin: Der Bürgermeister versicherte, das Anliegen der Schüler an die Verwaltung und die politischen Gremien weiterzugeben. Die Schüler wollen weiter für eine neue Sporthalle und guten Sportunterricht kämpfen.

Sicher ist: Wenn sich bei der Stadt nichts rührt, wird das nicht die letzte Sportstunde im Rathausgebäude gewesen sein.

Kniebeugen vor Nitts Amtszimmer

Sprints auf dem Rathausflur, Liegestütze vor dem Amtszimmer des Bürgermeisters: Brahms-Schüler machten den Verwaltungssitz gestern zur Sporthalle. Eine Protestaktion.

Gestern Morgen, so gegen 11 Uhr im Pinneberger Rathaus: Eine Pfeife schrillt. Jungen und Mädchen fangen zu "pumpen". Liegestütze, Kniebeugen, Sprints: Schüler des Brahms-Gymnasiums beim Zirkeltraining. Geschwitzt wird direkt vom Amtszimmer des Bürgermeisters. Es ist eine Protestaktion. Die Gymnasiasten haben genug vom Unterrichtsausfall.

Wenige Minuten später: Bürgermeister Horst-Werner Nitt bittet die Schüler in sein Büro. Er lauscht den Worten Niklas Dwengers: "An unserer Schule fallen derzeit 37 Wochenstunden Sport aus, so geht's nicht weiter", sagt der selbstsicher wirkende Abi-Anwärter. Hintergrund: die Brahms-Sporthalle am Fahltskamp wurde kürzlich gesperrt, nachdem massiver Schimmel-Befall festgestellt worden war.

Die Schüler fordern "eine neue Dreifeld-Sporthalle und für die Bauphase angemessene Ausweichmöglichkeiten." Nitts: "Versprechen kann ich nichts. Darüber wird allein in den kommunalen Gremien entschieden, die Politik muss sich mit dem Thema auseinander setzen."

Dem Besuch beim Rathauschef folgte das Projekt "Sport im öffentlichen Raum". Bis in die frühen Nachmittagsstunden hinein gab's Völkerball auf dem Rathausplatz, während auf der Drosteiwiese munter gekickt oder Volleyball gespielt wurde. Ortrud Bruhn ahnte von all dem vorher nichts. Die Rektorin und ihre Lehrer hatte verdutzt geschaut, als 360 Oberstufen-Schüler um 10.30 Uhr die Füller fallen ließen. Aber sie zeigt Verständnis: "Das Anliegen rechtfertigt die Aktion. Schließlich kämpfen die Schüler für lehrplangerechten Unterricht", so Bruhn.

Übrigens: Im Frühjahr hat die CDU die Verwaltung aufgefordert, die Kosten eines Hallen-Neubaus am Fahltskamp zu ermitteln. "Davon haben wir bislang nichts wieder gehört", so Anne Langhein, die im Elternbeirat der Brahms-Schule sitzt. Für sie ist ohnehin klar: "Verwaltung und Politik schieben sich gegenseitig die Schuld zu - und nichts passiert. " Weitere Protestaktionen seien geplant.

28.09.2007
von Andreas Daebeler

Atemprobleme Alles voll Schimmel - Turner brachen Training ab

VfL zahlt nicht mehr für "Gammelhallen" Feuchte Wände, Belüftung ist defekt. Bänke, Barren, Klettergerüste und Seile sind mit einer grünen Schicht überzogen.

08.09.2007
Von Claudia Eicke-Diekmann

Pinneberg
Sönke Hansen hat endgültig die Nase voll: Nachdem bekannt wurde, dass beide Sporthallen der Johannes-Brahms-Schule am Fahltskamp wegen extremem Schimmelpilzbefall für mindestens acht Wochen geschlossen bleiben müssen (wir berichteten), kündigte der VfL-Geschäftsführer an: "Bis zur Klärung aller Sporthallenangelegenheiten entrichtet der Verein keine Nutzungsgebühren mehr an die Stadt."

Mit den zwei Brahms-Hallen sind jetzt vier Sporthallen in Pinneberg geschlossen. In der Jahnhalle wird zur Zeit der Fußboden ausgetauscht, seit Juni wird das Dach der alten Theodor-Heuss-Halle repariert. Am Dienstag hatten die Sportlehrer des Gymnasiums am Fahltskamp Alarm geschlagen: Nach den Sommerferien sind in den Hallen Bänke, Barren, Klettergerüste, Seile mit einer eklig-grünen Schimmelschicht überzogen. Die VfL-Turner hatten wegen Atemproblemen ihr Training in der Sporthalle abgebrochen.

"Die Wände der Hallen sind feucht, Dach und Belüftung sind kaputt", so Christel Reinfeldt vom Fachdienst Umwelt des Kreises nach der Ortsbesichtigung. "Da muss sich zwangsläufig Schimmel bilden." Die Fachfrau empfahl die sofortige Schließung der Hallen. Denn: Schimmelpilze können Krankheiten und Allergien auslösen, vor allem bei Kindern, Allergikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

"Für unsere Schule ist das alles eine Katastrophe", sagt Schulleiterin Ortrud Bruhn. "Wir können mit den Schülern auch nicht auf andere Hallen ausweichen und die Klassenräume sind während der Sportstunden durch andere Schüler belegt." Die Johannes -Brahms-Schule zählt 1100 Schüler. Das Gymnasium leidet seit Jahren unter Raumknappheit.

Der Zustand der Brahms-Sporthallen ist symptomatisch für die Pinneberger Sportstätten: Die Stadt lasse die Hallen verrotten, beklagt der VfL. "Die Reduzierung der Reinigungszyklen haben zu nicht hinnehmbaren Zuständen in allen Sporthallen geführt", so Sönke Hansen. Die Folge sei "eine unzumutbare Verdreckung, die zwangsläufig zu Schließungen weiterer Sporthallen führen wird", sagt Hansen. Die Schuld an der Pinneberger Hallen-Misere sieht Hansen beim Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen. Auch die Eltern der Brahms-Schüler erheben schwere Vorwürfe: "Die Belüftunganlage ist seit einem Jahr kaputt", sagt Anne Langhein, Schulelternbeiratsvorsitzende. "Das wusste die Stadt, passiert ist nichts."

Jetzt muss was passieren: "Die Hallen bleiben zwei Monate geschlossen", sagt Klaus Stieghorst, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung und Bauen. "Lüftung und Leckage werden bereits repariert. Spezialfirmen reinigen und trocknen parallel dazu die Hallen." Ob das ausreicht, bezweifelt Christel Reinfeldt: "Die Geräte sind so marode, die kann man nicht mehr reinigen. Da steckt der Schimmel drin!" Was die Hallensanierung kostet, weiß Horst Stieghorst nicht. Das ist sicher: Es wird teuer.

Schimmel: Pinneberger Sporthallen geschlossen

Ab sofort sind beide Sporthallen der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg für mindestens acht Wochen gesperrt. Das gilt sowohl für den Schulsport als auch für die Vereine. In beiden Hallen schimmelt es so stark, dass die Sportlehrer es ablehnten, weiterhin dort zu unterrichten. VfL-Turner hatten am Mittwoch Abend über Atemnot und tränende Augen geklagt. Nach einer Begehung empfahl der Fachdienst Umwelt des Kreises gestern die Schließung.

Ursache für den Schimmelbefall ist eine seit über einem Jahr defekte Lüftungsanlage und marode Hallendecken. "Lüftung und Dach werden repariert", versprach Klaus Stieghorst, Chef des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauen. "Spezialfirmen werden die Hallen reinigen und trocknen."

"Das trifft uns hart", so Schulleiterin Ortrud Bruhn. "Für unsere Schüler gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten." Nur im benachbarten VfL-Heim steht stundenweise ein Raum zur Verfügung.

ced
07.09.2007

Schimmel: Pinneberg sperrt Brahms-Halle

Pinneberg muss schon wieder eine Halle sperren. Der Grund: Ekelhafter Schimmel, der die Gesundheit von Schulkindern gefährden könnte.

Die Nachricht schlug ein, wie eine Bombe: Pinneberg muss schon wieder eine Halle sperren. Der Grund: Ekelhafter Schimmel und durchfeuchtete Wände. Betroffen ist die Johannes-Brahms-Schule, ein Gymnasium mit mehr als 1000 Schülern. Rektorin Ortrud Bruhn: "Für uns ist das der Super-GAU."

Gestern Nachmittag: Ortstermin mit dem Gesundheitsamt. Schimmel auf Sportgeräten, im Bereich der Türen. "Es kann doch nicht sein, dass unsere Kinder solchen Umständen ausgesetzt sind", meint Annegret Langhein vom Schulelternbeirat. Bruhn zufolge soll die Halle mindestens zwei Monate dicht bleiben. Sie weiß noch nicht, ob und wo Sport unterrichtet werden kann. Auch die vom Hallen-Notstand arg gebeutelten Pinneberger Sportvereine müssen jetzt noch mehr leiden.

Eine Fachfirma soll sich des Problems Schimmel in der Schule annehmen. Einem Problem, das Pinneberg kennt. Die Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums ist deswegen bereits seit Monaten dicht.

von Andreas Daebeler
07.09.2007

Knapp 6000 Euro erlaufen.

Brahms-Schüler zeigen Einsatz für die gute Sache

Schüler der Brahms-Schule schnürten die Laufschuhe - und zwar für einen guten Zweck. Die Schüler der sechsten Klassen der Johannes-Brahms-Schule sammelten auf eine besondere Art für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Wie berichtet, liefen 50 Teilnehmer des "Run for Help" durch den Stadtwald.

Gezählt wurden die 550 Meter langen Runden. Bis zu 20 Runden schafften die Läufer bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. Tags zuvor hatten die Gymnasiasten Ärzte, Apotheken, Geschäfte und Firmen in Pinneberg aufgesucht und um Eintragung eines Spendenbetrags pro gelaufener Runde in eine Spendenkarte gebeten.

Das Ergebnis war beachtlich: Es kamen 5927 Euro zusammen. Ortrud Bruhn, Rektorin der Johannes-Brahms-Schule, und die Lehrerin und Organisatorin Birte Andersen konnten im Beisein einiger Läufer diesen Betrag an Susanne Lamprecht übergeben. Die ist Pressesprecherin der Multiple-Sklerose-Hilfe in Schleswig-Holstein. Lamprecht bedankte sich für die beachtliche Zuwendung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gesellschaft und erwähnte, dass die Selbsthilfeorganisation mit mehr als 2100 Mitgliedern sich die individuelle Beratung und Betreuung von Multiplesklerose-Betroffenen und ihren Angehörigen zur Aufgabe gemacht hat. "Diese Krankheit kann man nicht heilen -aber man kann lernen, damit zu leben", so Lamprecht.

Bruhn zeigte sich erfreut über das Engagement der Kinder und erwähnte, dass ihr Gymnasium kürzlich eine Kooperation mit einer Schule für Körperbehinderte in Hamburg eingegangen ist.

letzte Aktualisierung: Dienstag 22. Januar 2008